Ein schöner Tag - nichts wie raus!

Seit ich Rad statt Auto fahre, hat sich mein Verhältnis zum Wetter radikal geändert ...

Es sind die letzten Märztage, das Wetter ist wechselhaft (mal Regen und mal Sonnenschein). Gerade ist Sonnenschein und ich denke: Da musst Du unbedingt raus, vielleicht schon eine halbe Stunde früher zur Arbeit fahren, um das Wetter zu genießen.

Ich erinnere mich zurück, dass ich als Autofahrer solche Gedanken nie hatte und sinniere, woran es wohl liegt.

Als Radfahrer ist das Wetter natürlich ständig Thema. Man möchte vorab wissen, ob es warm, kalt, regnerisch, windig ist, denn es beeinflusst die Fahrt. Jetzt, wo ich kein Auto mehr habe, fahre ich auch bei jedem Wetter. Eigentlich könnte es mir egal sein, ich fahre doch sowieso. Nein, es ist nicht egal, sondern wichtig für die Wahl der Kleidung.
Früher bin ich schonmal mit dem Auto statt mit dem Rad gefahren. Wenn es zu windig war, wenn es geregnet hat.

Da ich aber auch beim letzten Mistwetter auf das Rad steige, weiß ich schönes Wetter zu schätzen. Inzwischen habe ich gelernt, dass man bei jedem Wetter fahren kann, aber am schönsten ist es bei schönem Wetter.

Als Autofahrer ist einem das Wetter ziemlich egal, solange man eine funktionierende Heizung bzw. Klimaanlage hat. Schönes Wetter macht das Fahren angenehmer, aber schöner? Im Auto spürt man nichts davon. Man hat nichts davon. Autofahrer werden mir da jetzt nicht zustimmen, aber auf dem Rad erlebt man Wetter tatsächlich anders, intensiver in all seine guten und schlechten Aspekten.

Seltsam finde ich heute, wenn Leute sagen, dass man bei "diesem Wetter" ja nichts machen könne. Zu nass, zu kalt, um z.B. Radzufahren. Nie vergessen werde ich den Nachbarn, der bei 12 Grad mal zu mir sagte, dass das ja wohl zu kühl zum Radfahren wäre. Für mich ist das heute geradezu die ideale Temperatur zum Radeln. Inzwischen weiß ich, dass man immer Radfahren kann. Die Kleidung muss passen.

Nach den letzten Wochen mit viel Wind und trübem Wetter freue ich mich jedenfalls auf jeden schönen Tag ...