Die Zukunft des e-biking. Ein Weg: Fazua Evation

Ein junges Unternehmen nahe München (Fazua) hat einen neuartigen e-bike Antrieb (Evation) hergestellt. Interessant für sportliche Fahrer ...

Es ist erst wenige Wochen her, als ich beim Besuch eines großen Fahrradhauses erstaunt ein pedelec-Rennrad sah. Damals in meinen Augen ein Widerspruch in sich selbst, denn:

  • Ein Rennrad ist ausgelegt für Geschwindigkeiten ab 30kmh. Um Steigungen gut bewältigen zu können, sind Rennräder möglichst leicht. Unter zehn Kilo. Ein Pedelec wiegt eher 20kg aufwärts.
  • Pedelecs unterstützen bis 25kmh, danach macht der Widerstand des Motors das Radeln zum unnötigen Kraftakt. Man muss nicht nur den Widerstand des Elektromotors überwinden, sondern auch noch das überschwere (jenseits 20kg) Bike bewegen. Ab 25kmh wird es also doppelt schwer.

Ich selbst bin 2016 wieder auf das Normalrad umgestiegen, weil ich immer öfter mein e-bike "jenseits des Akku" gefahren habe. Sieht man auf ebener Strecke eine 28/29 im Tacho, kommt man doch ins Grübeln, ob es nicht sinnvoller wäre, ein Rad zu fahren, dass nur halb so schwer ist. Neben dem Widerstand des Motors muss man ja auch ein sehr schweres Rad mit reiner Muskelkraft bewegen.

Anders ausgedrückt: Mit dem e-bike kann man wunderbar wieder fit werden. Ab einem gewissen Level ist es aber keine Hilfe mehr.

Die Lösung von Fazua:

  • Der Antrieb "Evation" entkoppelt ab 25 kmh komplett. Es gibt seitens des Antriebes also keinerlei Widerstand, falls man schneller als 25 kmh fährt.
    Der Antrieb besteht aus einem speziellen Tretlager/Getriebe und einer Motor-Akkueinheit, die man dem Unterrohr entnehmen kann.
  • Der Antrieb ist nur mittelstark und hat einen eher kleinen Akku. Bis 60Nm statt 90 oder mehr Nm und 250Wh statt 500 und mehr Wh.
  • Mit etwa 4kg Gewicht lassen sich Rennräder mit einem Gewicht unter 14kg bauen.
  • Ersetzt man den Motor/Akkuteil durch einen "Platzhalter", kann man das Rad wie ein normales Rad fahren. Um die 3 kg leichter.

Damit richtet sich dieser Antrieb an Radfahrer, die auch oft schneller als 25 kmh fahren und den Motor nur bei Steigungen nutzen wollen.

Das ist genau meine Vorstellung von Pedelec. Sauschnell in der Ebene ohne Motor und Widerstand. Hilfe am Berg.

Muss man nur noch in ein leichtes Fatbike einbauen und dann bin ich dabei;-)
Der Antrieb wird momentan überwiegend in Rennrädern verbaut. Danach folgen "normale" MTBs.

Der Antrieb ist nach mehreren Jahren Entwicklung wohl ziemlich ausgereift, wurde auf der Eurobike 2018 vorgestellt und hat inzwischen diverse Preise gewonnen. Ich werde das mit Interesse weiter verfolgen.