Durchblick - Über verschiedene Visiere

Als Brillenträger trage ich einen Helm mit Viser. Dieses kann man austauschen. Inzwischen habe ich drei Visiere und weiß jetzt: Ein einziges reicht mir ... das autochrome.

Seit 2014 fahre ich einen Casco Speedairo Helm mit Viser. Ein Grund, diesen Helm zu nehmen war, dass es verschiedene Visiere dafür gibt.

Mitgeliefert wird das dunkelste Visier (carbonic). Nützlich bei strahlendem Sonnenschein, aber schon bei bewölktem Himmel ist es mir zu dunkel. Nachts unbrauchbar.

Da ich sehr oft auch nachts fahre, hatte ich mir das Visier "orange" sofort dazugekauft. Angeblich kann man damit auch nachts fahren, denn es ist transparenter als das carbonic Visier. Es funktioniert tatsächlich auch nachts gerade so, zumindest auf Strecken, die man gut kennt. Sobald aber Regen, Nebel dazukommt, klappe ich es hoch. Bei strahlendem Sonnenschein funktioniert es auch gut. Alles erscheint natürlich gelblich eingefärbt. Aber man gewöhnt sich.

Wir befinden uns im Sommer 2017, der Herbst steht vor der Tür und per Zufall sehe ich auf YouTube die Besprechung eines Casco-Helms mit einem autochrome-Visier. Ein Visier, dass die Tönung der Sonneneinstrahlung anpasst. Schnell stelle ich fest, dass es das Visier auch für meinen Helm gibt. Doppelt so teuer, aber ich fahre täglich. Gekauft. Vautron heißt das Visier und was soll ich sagen: Es ist perfekt. Etwas anderes braucht man nicht.

Das obere Bild habe ich im Innenraum aufgenommen, Vautron ist maximal transparent. Perfekt für nachts, es ist annähernd klar. Es gibt eine minimale Resttönung, die man aber kaum wahrnimmt. Kein Vergleich jedenfalls mit dem Visier "orange". Die Tönung reagiert übrigens nur auf UV-Strahlung. Strahlt man das Visier mit einer Taschenlampe an, passiert gar nichts.

Das untere Bild ist bei strahlendem Sonnenschein aufgenommen, Vautron ist maximal verdunkelt. Der Wechsel dauert etwa anderhalb Minuten. Man sieht: Es ist dunkler als das Visier orange, aber nicht so dunkel wie carbonic. 

Das führt mich zur Frage:

Wie dunkel muss ein Visier eigentlich bei strahlendem Sonnenschein sein?

Meine Überlegung: So dunkel, dass man nicht das Bedürfnis hat, die Augen zuzukneifen. Man kneift diese zu, wenn die Pupille nicht weiter verengt werden kann, um die Helligkeit zu reduzieren. In diesem Sinne ist das Vautron perfekt. Gerade so dunkel, dass die Pupille gut damit zurechtkommt. Das Vautron Visier muss nicht so dunkel wie das carbonic sein. Bei strahlendem Sonnenschein ist die Sicht zwar hell, aber nicht zu hell. 

Während die Visiere orange und carbonic für manche Lichtverhätlnisse nicht gut geeignet sind und sich dadurch bemerkbar machen, nehme ich das autochrome Visier praktisch nie unangenehm wahr. Es ist absolut unauffällig und die Sicht ist farbneutral.

Aus heutiger Sicht würde ich empfehlen, sich gleich den entsprechend teuren Helm mit autochromen Visier zu kaufen. Ich habe jetzt zwei Visiere, die ich nicht mehr brauche.

Beim Kauf des Kompletthelms muss man etwas aufpassen. Manche Händler verkaufen den Helm Speedairo RS, der laut Hersteller Casco über das Vautron Visier verfügt, mit einem anderen Visier zu einem etwas günstigeren Preis. Mit autochromen Vautron Visier kostet der Helm um die 300 EUR. Wer bereits einen Speedairo Helm besitzt, kann das Visier für etwa 100 EUR (Sommer 2017) nachkaufen.

Warum überhaupt ein Visier?
2013, im ersten Jahr meiner Fahrradkarriere bin ich mit einer "Überbrille" gefahren. Es gibt tatsächlich Fahrradbrillen, die man als Brillenträger über die normale Brille setzen kann. Es gibt aber einen Nachteil. Als ich diesen bemerkte, war es bereits zu spät. Die Überbrille hat direkten Kontakt zur normalen Brille und zerkrazt das Glas. Nach etwa einem Jahr musste eine neue Brille her und ich bin auf Visier umgestiegen.
Visiere sind also vornehmlich für Brillenträger interessant. Allen anderen reicht eine Fahrradbrille. Mein Tipp: Die gibt's bestimmt auch autochrom. Ausprobieren.